Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Am 4. Juli 2004 beginnt in Tel Aviv die Computerschach-Weltmeisterschaft. Shredder wird als amtierender Weltmeister ebenfalls mit von der Partie sein und versuchen, seinen Titel in dem achttägigen Turnier zu verteidigen. Zwischen den Runden werde ich als Autor und Bediener von Shredder exklusiv hier auf shredderchess.de den Turnierverlauf und das Geschehen drumherum schildern. Kommentare, Berichte und Fotos aus Israel: hier auf dieser Seite!

2.7.2004, 22:00 Uhr

Die Abreise nach Tel Aviv naht und ich treffe die letzten Vorbereitungen. Wie bereitet man sich auf eine Computerschachweltmeisterschaft vor? Nun, Shredder muss natürlich „fit“ sein. Leider ist es nicht so, dass man sich die letzten Wochen vor einem Turnier hinsetzen kann und durch ein paar geniale Ideen spielt das Programm auf einmal viel besser. Sicher werden noch schnell ein paar Ideen ausprobiert, doch der Fortschritt bei der Spielstärke ist ein mühsames und aufwendiges Geschäft. Trotzdem habe ich aber noch den einen oder anderen Punkt finden können, um Shredder noch etwas zu verbessern.

Es gibt schon eher ein paar organisatorische Dinge zu klären, wie z.B. einen schnellen Rechner für Shredder zu besorgen. Das hat aber in den letzten Jahren dank meiner Zusammenarbeit mit transtec immer sehr gut geklappt, und auch diesmal habe ich einen netten Rechner von transtec für die Weltmeisterschaft bekommen. Es ist ein Quad-Opteron Server, also vier Prozessoren mit jeweils 2.0 GHz und einer Menge Arbeitsspeicher. Das ist sicher der schnellste Rechner, auf dem ich Shredder je gesehen habe, Shredder berechnet im Mittelspiel meistens zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Stellungen pro Sekunde, für Shredder ist das schon ziemlich viel. Zum Vergleich: auf einem P4 mit 3 GHz sind es im Schnitt 450.000 Stellungen pro Sekunde.

Zum ersten Mal schleppe ich den Rechner auch nicht mit zu einer Weltmeisterschaft. Er bleibt im klimatisierten Rechnerraum bei transtec stehen und ich nehme nur ein kleines Notebook mit nach Israel und logge mich dann auf dem Rechner in Deutschland ein. Theoretisch klingt das alles ganz einfach, doch auch hier muss man viel organisieren und testen, damit man den Rechner auch über mehrere Möglichkeiten erreichen kann, falls es einmal Probleme geben sollte. Wenn es Probleme gibt, können diese aber direkt sehr ernst und fies sein.

Ein wichtiger Punkt bei der Vorbereitung ist sicher auch das Eröffnungsbuch, schließlich darf man sich in den elf Runden keinen Ausrutscher leisten und muss möglichst Varianten spielen, die das Programm dann auch richtig behandeln kann. Hier hat Sandro Necchi, mein Eröffnungsbuchautor, aber auch wieder sehr gute Arbeit geleistet, so dass ich guter Hoffnung nach Tel Aviv reisen kann und mich schon auf das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten freue.

4.7.2004, 13:30 Uhr

Heute Morgen um 3 Uhr bin ich in Tel Aviv gelandet. Nach einer sehr kurzen Nacht ging es direkt in den Turniersaal. Wir spielen in der Bar-Ilan Universität in Ramat-Gan, einem sehr großen Gebäudekomplex mit viel Grün und Palmen. Ich befürchte allerdings, dass ich die meiste Zeit drinnen vor meinem Rechner sitzend verbringen werde und das wolkenlose Sonnenwetter nicht genießen kann. Der Turniersaal ist aber sehr schön: geräumig, mit Snackbar, Kommentarplatz für Großmeister Boris Alterman und Internetzugang für jeden Rechner.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Der Zugriff auf meinem daheim gebliebenen Rechner klappt auch ohne Probleme, so dass es eigentlich losgehen kann. In der ersten Runde um 15 Uhr lokaler Zeit spielt Shredder mit Schwarz gegen Crafty, das Programm von Prof. Bob Hyatt aus den USA. Eine machbare Aufgabe, doch Crafty läuft auch auf sehr schneller Hardware, einem Quad-Opteron mit 4 x 2.4 GHz, so dass es sicher nicht einfach wird.

Von Tel Aviv habe ich noch nicht sehr viel gesehen. Die nächtliche Taxifahrt vom Flughafen und den Bustransfer zum Turniersaal zähle ich nicht mit. Der morgendliche Blick aus meinem Hotelzimmer ist allerdings schon sehr viel versprechend.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

4.7.2004, 20:30 Uhr

Gegen Crafty war es, wie erwartet, nicht einfach, Shredder hat leider „nur“ Remis gespielt. Die Eröffnung war nicht sehr vorteilhaft für mich, so dass sich schon sehr früh abzeichnete, dass Shredder bestenfalls wohl ein Remis erreichen kann. Die beiden anderen Topfavoriten Junior aus Israel und Fritz aus den Niederlanden haben aber beide auch nur Remis gegen vermeintlich schwächere Gegner gespielt, so dass der Nichtsieg von Shredder nicht so dramatisch ist. Morgen geht es gegen das deutsche Programm ParSOS von Rudolf Huber, einem guten Freund von mir. Aber auf dem Brett hört, wie bereits gesagt, die Freundschaft auf.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

5.7.2004, 13:00 Uhr

Heute Vormittag gab es keine Runde zu spielen, so dass ich die Zeit ein wenig auf dem Hoteldach verbringen konnte. Das hört sich gar nicht so toll an, doch wenn man sich folgendes Bild anschaut, dann sieht die ganze Sache schon ganz anders aus.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Nach zwei Stunden war die schöne Zeit leider schon wieder vorbei und es ging wieder in den Turniersaal, um die Partie gegen ParSOS vorzubereiten. Wenn ich mir den Zeitplan der nächsten Tage so ansehe, wird es wohl so schnell nichts mehr mit dem Hoteldach. Es gibt also keinen Grund, neidisch zu werden.

5.7.2004, 22:00 Uhr

Wie bereits angekündigt gab es auf dem Schachbrett keine Freundschaft und ich spielte mit fünf Stunden und über einhundert Zügen wieder die längste Partie des Tages. Shredder hatte über die ganze Partie verteilt leichten Vorteil, doch ParSOS hat sich sehr gut und zäh verteidigt. Im technisch sehr schwer zu gewinnendem Endspiel sah es dann lange so aus, als ob sich ParSOS doch noch in ein Remis retten könnte, doch am Ende behielt Shredder die Oberhand. Puh, das waren zwei schwere Partien direkt am Anfang. Wenn es die nächsten neun Runden so weiter geht, dann brauche ich nach meiner Heimreise erstmal Urlaub.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Vielleicht noch ein paar Worte, wie eine Partie bei Computerschachturnieren abläuft. Die beiden Spieler sitzen sich an einem Schachbrett gegenüber, jeder mit seinem Computer an der Seite. Der Spieler am Zug wartet, bis sein Programm auf dem Bildschirm einen Zug gespielt hat und führt diesen Zug dann auf dem richtigen Schachbrett aus. Der andere Spieler gibt diesen Zug dann in sein Programm ein und wartet auf dessen Antwort. Eigentlich ganz einfach, dennoch ist man nach einer Partie meistens völlig geschafft, obwohl man selber nie über einen Zug nachdenken musste.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

6.7.2004, 12:30 Uhr

Heute Vormittag gab es für alle Teilnehmer eine Stadtrundfahrt durch Ramat-Gan, die Satellitenstadt von Tel Aviv, in der wir wohnen und spielen. Vom 62. Stock des Hochhauses in der Diamantenbörse

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

gab es eine herrliche Aussicht auf Tel Aviv, obwohl die Sicht nicht sehr klar war.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Wieder zurück im Turniersaal geht es nun direkt mit der dritten Runde weiter. Mein Gegner ist Jonny von Johannes Zwanzger aus Bayreuth. Johannes ist der beste Schachspieler unter den Programmierern und spielt selber in der Schachbundesliga für den SC Forchheim. Hoffentlich hat er Jonny nicht so viel beigebracht…

6.7.2004, 18:30 Uhr

Er hat. Shredder hat sich im Endspiel einen kleinen Vorteil geschaffen und lange Zeit sah es so aus, als ob er die Partie auch gewinnen könnte. Doch Jonny fand einen studienartigen Remisweg, welcher alle anwesenden Schachspieler, Shredder inklusive, überrascht hat. Also wieder „nur“ ein Remis. In den ersten drei Runden taten sich die drei Favoriten, Shredder, Fritz und Junior, überraschend schwer. Junior hat nun 2,5 Punkte, Shredder hat 2 und Fritz sogar nur einen Punkt, da er heute überraschend gegen Falcon aus Israel verloren hat . Morgen geht es dann richtig zur Sache: Shredder muss zunächst gegen Diep aus den Niederlanden ran, danach spielen wir um die Computerschach-Blitzweltmeisterschaft. Dabei hat jede Seite nur fünf Minuten für die ganze Partie und in ein paar Stunden ist das ganze Turnier vorbei. Es wird also sehr hektisch, Shredder ist auch hier der Titelverteidiger.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Die Computerschachweltmeisterschaften erhalten hier eine hohe Aufmerksamkeit und an vielen Stellen in Tel Aviv gibt es Hinweise auf das Turnier. Schön das zu lesen, wir sind also wichtig :-)

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

7.7.2004, 13:00 Uhr

Heute Vormittag gab es noch eine kleine Lücke in unserem Turnierplan, also hatte ich noch einmal die Gelegenheit, die schöne Aussicht vom Hotelpool zu genießen. Im Vordergrund Ramat-Gan, am Horizont die Skyline von Tel Aviv.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

7.7.2004, 17:30 Uhr

Diep von Vincent Diepeveen war in der vierten Runde der erwartet schwere Brocken. Shredder hat zunächst einen schönen Angriff gestartet, doch gelang es Diep, sich in ein wieder mal schwieriges Endspiel zu retten. Diese Stellung aus der Partie

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

konnte ich mir sehr gut einprägen. Shredder mit Weiß am Zug hat hier 50 Minuten über seinen Zug nachgedacht. Das war sicher ein Rekord, im Durchschnitt rechnen die Programme immer nur ca. drei Minuten an jedem Zug. Es ging aber alles gut und Shredder hat es im Endspiel geschafft, den Sieg nach Hause zu fahren.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Morgen früh geht es gegen Junior, sicher eine der wichtigsten Partien im Turnier. Gleich startet aber erst mal der Kampf um die Computerschach-Blitzweltmeisterschaft.

7.7.2004, 22:30 Uhr

Shredder ist Computerschach-Blitzweltmeister 2004! Wie erwartet war es großer Stress, doch Shredder behielt die Nerven und am Ende hat er ungeschlagen mit 5,5 Punkten aus 7 Runden gewonnen. Zweiter wurde Crafty mit 4,5 Punkten, Dritter Junior und Falcon mit jeweils 4 Punkten. Shredder hat also seinen Titel im Blitzschach aus Graz verteidigt und damit seinen neunten Weltmeistertitel gewonnen. Ich freue mich riesig, kann mich jedoch nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen, da morgen zwei Partien zu spielen sind.

8.7.2004, 13:30 Uhr

Die Partie gegen Junior war kurz und schmerzlos. Beide Programme waren sich der Bedeutung dieser Partie nicht bewusst und einigten sich schnell auf ein Remis. Remis gegen Junior ist ok, allerdings liegt er im Turnier noch einen halben Punkt vor Shredder und Shredder hatte Weiß, da muss man eigentlich auf Sieg spielen.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Während der Runden kommentiert Großmeister Boris Alterman immer alle Partien live auf einer großen Leinwand. Das ist sehr schön für die Zuschauer und uns Programmierer, da wir so immer einen sehr guten Überblick bekommen, was auf den anderen Brettern los ist. Aber auch für die eigene Partie ist es hilfreich, da man als normaler Schachspieler oft nicht versteht, was auf dem Brett vor sich geht. Boris hat auf alle Fragen immer eine passende Antwort und liegt mit seinen Einschätzungen der Partien auch fast immer richtig. Also ein super Service.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Heute Nachmittag muss Shredder in der 6. Runde gegen Fritz spielen, also gleich zwei schwere Brocken an einem Tag. Der Verlierer der Partie kann seine Titelhoffnungen wahrscheinlich schon begraben.

8.7.2004, 18:00 Uhr

Shredder gegen Fritz von Frans Morsch aus den Niederlanden ist mittlerweile ein Klassiker im Computerschach. In den letzten Jahren habe ich bestimmt schon zwanzig Mal mit Shredder gegen Fritz bei diversen Computerschachturnieren gespielt und fast immer ging es dabei um die Wurst. Beide Programme haben Ihre eigenen Fans und viele fiebern den Partien Shredder gegen Fritz entgegen. Ähnlich wie bei der Partie heute Morgen gegen Junior hatten beide Programme aber anscheinend keine große Lust, sich heute besonders anzustrengen und hatten auch keinen Sinn für solche Gedanken. Es gab ein sehr schnelles Remis.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Ein nettes Detail der Partie war, dass beide Programme auf Hardware von transtec spielen, die uns für das Turnier zur Verfügung gestellt wurde. Die Rechner stehen friedlich nebeneinander in Tübingen im Rechnerraum von transtec, während wir uns hier tausende Kilometer entfernt gegenüber sitzen, jeder mit seinem Rechner verbunden.

Der schöne Unterschied zwischen Schachturnieren von Menschen und Computern ist, das man bei Computerschachturnieren nicht ruhig sein muss, da man keinen bei der Konzentration stören kann. Hier trällert zum Beispiel immer das Radio mit Popmusik und es ist möglich, während der Partie die Stellung auf dem Brett zu analysieren. Hier erklärt uns Boris Alterman gerade eine Variante.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

8.7.2004, 19:30 Uhr

Junior hat seine Partie heute Nachmittag gewonnen, so dass es im Turnier nach 6 Runden nun so aussieht: Junior hat 5 Punkte, Shredder 4 und Fritz und fünf weitere Programme 3,5 Punkte. Shredder hat zwar noch nicht verloren, aber schon vier Mal Remis gespielt. Wenn ich noch eine Chance auf den Turniersieg haben will, dann muss damit nun Schluss sein. Morgen geht es gegen den Newcomer Movei von Uri Blass aus Israel.

8.7.2004, 22:30 Uhr

Heute Abend gab es eine kleine Veranstaltung von einem der Sponsoren, Golan Heights Winery, einer der beiden großen Winzer in Israel. Gute Idee, sich von einem Winzer sponsern zu lassen :-)

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

9.7.2004, 13:30 Uhr

Shredder ging heute sehr energisch zur Sache. Movei hat ein paar ungenaue Züge gespielt, damit war die Partie schnell entschieden. Shredder hat wohl verstanden, dass er nun ein wenig Gas geben muss.

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Fritz hat auch gewonnen. Junior quält sich noch, oder besser gesagt, seine Programmierer Amir Ban und Shay Bushinsky.

9.7.2004, 14:30 Uhr

IsiChess von Gerd Isenberg aus Hattingen hat es tatsächlich geschafft, Junior einen halben Punkt abzuknöpfen. Das ist natürlich sehr gut für mich und die Spitze rückt enger zusammen. Nach 7 Runden führt nun Junior mit 5,5 Punkten, Shredder hat 5, Fritz, Falcon, Deep Sjeng und ParSOS haben 4,5 Punkte. Heute Nachmittag und morgen ist spielfrei. Am Sonntag und Montag gibt es dann jeweils noch zwei Runden. Sonntagmorgen spielt Shredder mit Schwarz gegen Deep Sjeng von Gian-Carlo Pascutto aus Belgien.

10.7.2004, 18:30 Uhr

Heute war spielfrei, so dass ich nichts Neues über das Turnier zu berichten habe. Da die Poolgeschichten auf die Dauer sicher langweilig werden, an dieser Stelle ein paar lobende Worte für die Organisatoren. Der Turniersaal an der Bar-Ilan Universität

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ist perfekt ausgestattet. Für alle Teilnehmer stehen ein Computer sowie ein Breitbandanschluss ans Internet bereit, mit dem man kostenlos surfen und Informationen aus der Welt empfangen und verschicken kann. Bei Problemen mit Stromkabel, Rechner oder Netzwerk ist auch sofort ein kundiger Techniker da, der bisher immer Rat wusste. Es wurde aber nicht nur an das Wohlergehen der Rechner, sondern auch an das der Programmierer gedacht. Ein im Turniersaal installierter Verpflegungsstand

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

hilft, dass auch alle menschlichen Teilnehmer

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sich wohl fühlen. Es macht wirklich Spaß, hier teilzunehmen.

11.7.2004, 11:00 Uhr

Shredder und Deep Sjeng spielten heute eine sehr scharfe Eröffnungsvariante, bei der der erste Fehler meistens sofort verliert. Deep Sjeng griff einmal daneben und so konnte Shredder mit einem schönen Angriff schnell gewinnen.

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Ein kleines Quiz am Rande: Hier ein Plakat aus dem Turniersaal von einem der Hauptsponsoren des Turniers. Welche große Hardwarefirma wird hier wohl beworben?

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11.7.2004, 13:30 Uhr

Junior hat seine Partie gegen Falcon mit einiger Mühe gewonnen. An der Tabellenspitze sieht es nach 8 Runden nun so aus: Junior hat 6,5 Punkte, Shredder hat 6 und Fritz hat 5,5 Punkte. Heute Nachmittag spielt Junior gegen Fritz und Shredder gegen Woodpusher von John Hamlen aus England. Shredder muss gewinnen, in der Partie Junior gegen Fritz werden die Weichen für den weiteren Turnierverlauf gestellt.

Angeregt durch mein kleines Quiz heute morgen bekam ich direkt einen Schnellkurs in Hebräisch von Shay Bushinsky aus dem Junior-Team.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

11.7.2004, 18:00 Uhr

Shredder hat sicher gegen Woodpusher gewonnen, die Partie Junior gegen Fritz endete mit Remis. Nach 9 Runden sieht es an der Spitze nun so aus: Shredder und Junior führen punktgleich mit jeweils 7 Punkten, Fritz und Crafty haben 6 Punkte. Fritz dürfte damit aus dem Rennen sein und es heißt entweder Junior oder Shredder. Die Strategie für morgen ist ganz einfach: beide Runden gewinnen und hoffen, dass Junior noch stolpert. Juniors Plan sieht ähnlich aus.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

12.7.2004, 13:00 Uhr

Shredder musste heute Morgen gegen FibChess aus Barcelona spielen, ein relativ neues Programm. Diese Unerfahrenheit nutzte Shredder schamlos aus und gewann leicht. Junior konnte gegen The Crazy Bishop aus Frankreich ebenfalls gewinnen. An der Spitze marschieren Shredder und Junior also im Gleichschritt. Wenn es heute Nachmittag in der letzten Runde so weiter geht, gibt es zwischen Shredder und Junior anschließend einen Stichkampf um den Titel. Das wäre dann mein vierter Stichkampf um die Weltmeisterschaft und ich weiß aus Erfahrung, dass das nichts ist, worauf man sich vorher freuen sollte. Nach 10 Runden haben Shredder und Junior 8 Punkte, Dritter ist Diep, der heute Fritz geschlagen hat, mit 6,5 Punkten.

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12.7.2004, 13:30 Uhr

Die Paarung für die letzte Runde bringt noch einmal Spannung. Junior mit Schwarz gegen ParSOS und Shredder mit Schwarz gegen Falcon, beides schwierige Aufgaben.

12.7.2004, 17:00 Uhr

Shredder hatte auch keine Lust auf das Playoff und spielte gegen Falcon etwas unglücklich nur Remis. In dieser Stellung

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

war er wieder auf Rekordjagd und dachte 42 Minuten über seinen Zug nach. Dies gab Falcon die Möglichkeit, sich weiter in die Stellung zu vertiefen um schließlich die beste Fortsetzung zu finden. Ich muss Shredder wohl beibringen, nicht so viel nachzudenken.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Junior war von all dem völlig unbeeindruckt und hat gegen ParSOS souverän gewonnen. Junior ist also der Computerschachweltmeister 2004. Herzlichen Glückwunsch an Amir Ban und Shay Bushinsky. Der Endstand nach 11 Runden lautet damit: 1. Junior 9 Punkte, 2. Shredder 8,5 Punkte, 3. Diep 7,5 Punkte.

12.7.2004, 23:30 Uhr

Die Siegerehrung ist vorbei und es ist an der Zeit, ein Fazit meiner Reise nach Israel zu ziehen, da es morgen schon wieder zurück nach Deutschland geht. Shredder gewann die Blitzschachweltmeisterschaft und wurde Zweiter im Turnier. Eigentlich sehr gut, doch war es am Ende sehr knapp und es war durchaus mehr drin. Ich will mich aber nicht beschweren und das Turnier hat mit Junior sicher einen würdigen Sieger gefunden.

Das Niveau der Partien wer sehr hoch. Vor der letzten Runde schaute Großmeister Emil Sutovsky, mit einer Elozahl von 2679 einer der besten Spieler der Welt, vorbei und war ganz scharf darauf, ein paar Blitzpartien gegen Shredder zu spielen.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Alle Partien endeten im Desaster und es hat sich gezeigt, dass die Menschen zumindest im Blitzschach keine realistische Chance mehr haben.

Die Turnierpartien wurden live ins Internet übertragen, was manche kuriose Situation zur Folge hatte. Hier schaut sich Großmeister Boris Alterman die im Hintergrund noch laufende letzte Partie der 9. Runde an.

Computerschach Weltmeisterschaft in Tel Aviv

Wie das geht? Ganz einfach: die Züge werden vom hinteren Tisch automatisch in die Welt geschickt. Von dort kommen sie dann zurück auf Boris Rechner, der so ohne aufzustehen der Partie folgen kann.

Insgesamt war Israel eine Reise wert. Wie erwartet habe ich nicht sehr viel vom Land gesehen, jedoch ein sehr schönes Turnier relativ erfolgreich beendet und viele neue und alte Freunde getroffen.

 
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