Shredder auf Macintosh Zweiter in Paderborn |
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Shredder ist für alle gängigen Computersysteme erhältlich. Ich habe mich diesmal entschlossen, genau wie bei dem Triumph in Leiden, erneut auf einem Macintosh anzutreten. Die Wahl fiel mir nicht schwer: seit kurzem gibt es den Mac auch mit vier Prozessorkernen. Für den Laien bedeutet das, dass der Computer vier Sachen gleichzeitig machen kann, also z.B. einfach gesprochen vier Schachstellungen gleichzeitig analysieren kann. Da Shredder als Deep Shredder 9 Mac in der Lage ist, dies auch wirklich parallel zu machen, war die Entscheidung schnell getroffen. Beim Computerschach ist es sehr wichtig, dass die Leistung des verwendeten Computers stimmt. Bei wichtigen Computerschachturnieren versucht jeder Teilnehmer, einen möglichst schnellen Rechner für sein Programm zu organisieren, dazu später noch mehr. Apple hat hier mit dem neuen Power Mac G5 Quad ein ganz heißes Eisen im Feuer. Was mich neben der Rechenleistung des QuadMacs am meisten beeindruckt hat ist, dass er dabei noch relativ ruhig läuft und man ohne Probleme auch direkt neben dem Rechner noch arbeiten kann. Shredder ist das einzige Programm, das bei wichtigen Turnieren auf einem Macintosh läuft, vielleicht wird sich das in Zukunft durch den QuadMac ja ändern, denn auch sein Preis-/Leistungsverhältnis ist spitze. Von den Firmen Apple und Gravis bekam ich freundliche Unterstützung. Lange vor dem Turnier stellten Sie mir einen Power Mac G5 Quad zur Verfügung, so dass ich Shredder sehr gut an den Rechner anpassen und optimieren konnte. Bei Gravis ist auch ein wenig das Schachfieber ausgebrochen und sie zeigten Ihre Unterstützung auch auf eigens angefertigten Plakaten.
Ich fuhr also voller guter Hoffnung nach Paderborn, obwohl das Wetter nicht gerade sehr freundlich war
und die Anreise wegen der schlechten Straßenverhältnisse viel länger als geplant gedauert hat. Doch davon lies ich mich natürlich nicht entmutigen. Der Rechner war schnell ausgepackt
und installiert, den Preis für das schönste Gehäuse hatte ich auch schon sicher.
Im Turnier waren sieben Runden bei zwölf Teilnehmern zu spielen. In der ersten Runde musste Shredder gegen Argonaut aus Deutschland antreten. Shredder konnte seiner Favoritenrolle in dieser Partie gerecht werden und klar gewinnen. Für das Shredder-Team in Paderborn, Ingo Bauer und Stefan Meyer-Kahlen,
also ein guter Start. Die nächste Runde gegen Gandalf aus Dänemark sollte schon schwieriger werden. Shredder erreichte eine gute Stellung und hatte fast die ganze Partie über leichten Vorteil, konnte diesen aber nicht in einen Gewinn umwandeln, also nur Remis. In der dritten Runde ging es gegen den Newcomer Rybka aus den USA. Shredder opferte im 19. Zug einen Springer und erhielt starken Angriff und schließlich wohl eine Gewinnstellung im Endspiel. Irgendwo hat Shredder dann aber wohl den Faden verloren und lies Rybka ins Remis entwischen.
Ein ähnliches Bild in Runde vier gegen Ikarus aus Deutschland: Shredder hatte Vorteile, konnte den Sack aber wieder nicht zumachen und musste erneut ins Remis einwilligen. Nach vier Runden als nur 2,5 Punkte, obwohl in allen Partien mit etwas mehr Glück sicher ein Sieg drin war. Parallel zu unserem Computerschachturnier fand auch ein Turnier mit menschlichen Schachspielern statt,
und obwohl dort einige Großmeister und Internationale Meister mitspielten, war das Computerturnier
wohl der Ort, wo das deutlich stärkere Schach gespielt worden ist. Die heutigen Spitzenprogramme haben ein Niveau erreicht, bei dem wenn überhaupt nur noch sehr wenige Menschen mithalten können. In Runde 5 ging es für Shredder nach dem mäßigen Start dann schon um alles oder nichts. Gegner war Zappa aus den USA, der im Sommer überraschend die Weltmeisterschaft im Computerschach in Reykjavik gewonnen hatte. Zappa hatte sich auch einen netten Rechner für Paderborn besorgt: er spielte auf einem Großrechner mit 128 Itanium Prozessoren. Shredder war wohl etwas eingeschüchtert und spielte prompt seine schlechteste Partie und verlor klar. In der letzten beiden Runden konnte Shredder noch gegen Neurologic und Isichess aus Deutschland gewinnen, am Ende reichte es mit 4,5 Punkten „nur“ zu einem geteilten zweiten Platz hinter Rybka mit 5,5 Punkten, der das Turnier verdient gewonnen hat. Alles in allem ist der zweite Platz in diesem sehr stark besetzten Turnier aber sicher ein Erfolg.
In dem sehr sehenswerten Museum werden Rechner in allen Größen und aus allen Epochen ausgestellt. Von klein und alt
bis sehr groß.
Für Computerschachfreunde ist sicher ein Nachbau des Türken das Highlight:
der erste Schachcomputer, der im 18. Jahrhundert angeblich sogar gegen Napoleon gespielt hat. Nun ja, es war kein richtiger Computer, im Innern verbarg sich ein Mensch, der über einen ausgeklügelten Mechanismus die Figuren bewegen konnte. Damals waren die Menschen im Schach eben noch klar besser als die Maschinen. Hier können Sie alle Partien von Shredder aus Paderborn im runterladen. |





















